21. Juni 2011  | ciri

Bereicherung fürs Festzelt

Johannismarkt: Tag der offenen Tür der Jugendmusikschule zum ersten Mal in das Programm des Volksfestes integriert
Die richtigen Flötentöne bringt Susanne Bergmann auch den Kleinsten bei. Foto: Evi Church
| Vergrößern | Die richtigen Flötentöne bringt Susanne Bergmann auch den Kleinsten bei. Foto: Evi Church
FÜRTH. 


„Schauen, zuhören, probieren, musizieren“ hieß es am Johannismarktsamstag in der alten Schule. Unter diesem Motto wurde erstmals der Musikschultag der Jugendmusikschule Weschnitztal (JMS) in das Festprogramm des Fürther Johannismarktes integriert. Mit Erfolg, denn der Besucherstrom riss in den anberaumten drei Stunden nicht einmal ab. „Toll ist, dass man aktiv und passiv dabei sein kann“, lobte Ferdinand Schneider das musikalische Spektakel. Eröffnet wurde der besondere Tag der offenen Tür im Festzelt auf dem Marktplatz. Dort spielte die fünfte Bläserklasse unter der Leitung von Michael Valentin und Harald Kappen, bevor Bürgermeister Volker Oehlenschläger einige Grußworte sprach.
Mit musikalischer Untermalung ging es dann zu den verschiedenen Angeboten in der alten Schule. Dort konnte eine Vielfalt von Musikinstrumenten angeschaut, angefasst, angehört und ausprobiert werden. Im unteren Geschoss hatten es sich die Bläser gemütlich gemacht. Klarinette, Querflöte, Fagott, Saxofon oder Horn, Posaune, Tuba und Trompete lockten Neugierige an. „Was ist denn der Unterschied zwischen den beiden?“, fragte die acht Jahre alte Clara Neumann. Geduldig beantworteten die Musikpädagogen diese und viele andere Fragen. Ein kleines Mädchen hörte aufmerksam zu, als Trompetenlehrerin Andrea Schmitt erklärte, wie man einen Ton aus dem Blechinstrument bekommt. „Der Spaßfaktor steht heute im Vordergrund“, sagte Schmitt. Denn mit dem Spaß komme auch die Leidenschaft.
Eine Unterrichtseinheit dauerte für Anfänger eine halbe Stunde, in der hauptsächlich der Tonaufbau geübt wird. „Wir lassen oft Playbackmusik laufen, die die Schüler mit der Trompete begleiten“, erläuterte die Musikpädagogin. Gerne fügt sie verschiedene Einzelschüler zu einer Gruppe zusammen, um für ein Konzert zu üben. „Öffentliche Auftritte nehmen die Angst und liefern Erfolgserlebnisse“, erklärte Schmitt.

Den ersten Berührungspunkt mit der Jugendmusikschule haben die Kinder meistens im Kindergarten. „Dort bieten wir die musikalische Früherziehung an“, sagte Verwaltungsleiterin Ute Spiller. Was die Kindergartenkinder aus sieben Gemeinden des Weschnitztals gelernt haben, führten sie beim Musikschultag auf der Bühne im Festzelt auf. „Tranquilla Trampeltreu“ hieß die musikalische Geschichte unter der Leitung von Simone Spielmann. Ihre Leidenschaft für Musik konnten die Akteure ausreichend befriedigen. Denn immer wieder waren Aufführungen in das Tagesprogramm eingearbeitet. So stand auch Schulleiter Michael Valentin häufig auf der Festzeltbühne oder zeigte sein Können in alten Schule.
Während der „Orientierungsstufe“, Bindeglied zwischen der musikalischen Früherziehung und dem Instrumentalunterricht, können die Schüler im Laufe eines Jahres fünf Instrumente aus den Bereichen der Tasten-, Blas-, Zupf-, Streich- und Schlaginstrumente kennenlernen und ausprobieren. Unterrichtet werden sie in Gruppen von vier bis sechs Kindern.
Leif Enrik Lambrecht aus Zotzenbach entdeckte dabei seine Vorliebe für das Schlagzeug. Der Vorschüler hatte seinen Auftritt mit den Kindergartenkindern kaum hinter sich, da zog es ihn auch schon in die Alte Schule an das Schlagzeug. „Ich spiele auch schon Gitarre“, verkündete er stolz, und seine Mutter Andrea setzte nach: „Wir haben das Angebot von oben bis unten durchprobiert.“ Eine solche „Laufbahn“ steht jedem Kind in der Jugendmusikschule offen.
„Die Gebühren können wir ermäßigen“, erklärte Spiller. Wer sich den monatlichen Beitrag nicht leisten kann, kann einen Antrag stellen. Auch der Bildungsgutschein, den die Bundesregierung für Hartz IV Empfänger ins Leben gerufen hat, kann an der JMS eingelöst werden. Instrumente wie Blockflöten, Bongos, Geigen, Gitarren oder Keyboards werden für jeden kostenlos zur Verfügung gestellt.
„Stick Trix“, „Rockin„ Kids“, „Allegro afoso“, „Teens“ und „Prada Drama“ - diese Musikgruppen, die sich aus der JMS gegründet haben, belebten mit Jazz, Rock und Pop das Festzelt und trugen zur Unterhaltung der Johannismarktbesucher bei.





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